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PET (Positronen-Emissions-Tomografie)

Die Positronen-Emissions-Tomografie (PET ) ist eine medizinische Diagnosemethode, die Stoffwechselprozesse im Körper sichtbar macht. Eine PET eignet sich zum Beispiel zur Erkennung und Beurteilung von Tumorerkrankungen, aber auch zur Beurteilung von unterschiedlichen Hirnerkrankungen
08.08.2013

PET-Aufnahme des Gehirns: Die unterschiedlichen Farben geben dem Arzt Hinweise auf die Stoffwechselaktivität

Mauritius Images GmbH/Photoresearchers

Die Positronen-Emissions-Tomografie gehört zu den so genannten nuklearmedizinischen bildgebenden Verfahren: Mithilfe winziger radioaktiv markierter Teilchen und einer speziellen PET-Kamera werden Stoffwechselvorgänge im Inneren des Körpers sichtbar gemacht. Die PET eignet sich zum Beispiel zur Früherkennung und Beurteilung von Krebserkrankungen sowie zur Diagnose von möglichen Tochtergeschwulsten (Metastasen). Auch bei der Einschätzung von Demenz-Erkrankungen und Herzinfarkten kann eine PET hilfreich sein. Das Verfahren ist allerdings aufwändig und teuer. Deshalb kommt es nur bei ausgewählten Fragestellungen zum Einsatz. Die Untersuchung wird heutzutage meist mit einer Computertomografie kombiniert (PET/CT).

So funktioniert die PET

Bei einer Positronen-Emissions-Tomografie (PET) spritzt der Arzt dem Patienten einen schwach radioaktiv markierten Wirkstoff (zum Beispiel markierten Traubenzucker) in die Armvene. Dieser sogenannte Radiotracer fließt mit dem Blut durch den Körper und wird von den Zellen aufgenommen. Nachdem sich der Tracer vollständig im Körper verteilt hat (üblicherweise nach 50 bis 75 Minuten), beginnt die eigentliche PET-Messung. Dabei ermitteln spezielle Messgeräte die radioaktive Strahlung aus den verschiedenen Körperzellen und leiten die Daten an einen Computer weiter. Dieser setzt die Informationen zu einer detaillierten Abbildung zusammen. Die PET-Messung wird heutzutage meist um eine Computertomografie-Untersuchung erweitert, wodurch eine deutlich bessere Detail-Beurteilbarkeit erreicht werden kann. Ein weiterer Vorteil ist die Verkürzung der eigentlichen Untersuchungszeit.

In Abhängigkeit des Energieverbrauchs der Zelle kommt es zu einer unterschiedlichen Aufnahme von markiertem (und auch normalem) Traubenzucker. Regionen mit einer verstärkten Speicherung des Radiotracers stellen sich in den berechneten Bildern dann als leuchtende Areale dar und heben sich deutlich vom umliegenden Gewebe ab. Da Krebszellen üblicherweise einen sehr hohen Stoffwechsel haben, leuchten sie in der PET meistens besonders stark: Der Arzt erhält dadurch genaue Angaben über Ort und Ausdehnung eines Tumors. Aber auch Reparaturvorgänge (zum Beispiel unmittelbar nach Operation), Entzündungsvorgänge und Muskelanspannung/-zittern (beispielsweise bei frierendem Patienten) können zu einer verstärkten Glukoseaufnahme führen und erschweren die Beurteilbarkeit der Untersuchungsergebnisse.

Während der PET liegt der Untersuchte bequem auf einer Liege im Positronen-Emissions-Tomografen. Manchmal besteht dabei die Möglichkeit, Musik zu hören. Für ein aussagekräftiges Ergebnis muss der Patient während dieser Zeit ruhig liegen. Um Anspannungen zu vermeiden, kann er – wenn nötig – ein leichtes Beruhigungsmittel erhalten. Damit der Körper die radioaktive Substanz zügig wieder ausscheidet, erhält der Patient zusätzlich ein harntreibendes Medikament über die Vene.

Ist eine PET schädlich?

Bei einer Positronen-Emissions-Tomografie spritzt der Arzt dem Untersuchten radioaktiv markierte Substanzen (Radiotracer). Da die Strahlung jedoch sehr schwach ist, und die verwendeten Substanzen innerhalb kürzester Zeit vom Organismus wieder ausgeschieden werden, betrachten Experten die Strahlenbelastung der PET als gering. Komplett ausschließen lässt sich ein mögliches Gesundheitsrisiko jedoch nicht.

In seltenen Fällen können die bei der PET eingesetzten Tracer eine allergische Reaktion auslösen. Typische Beschwerden sind Übelkeit und Erbrechen, manchmal treten auch Juckreiz, Hautausschlag und Atemnot auf, sehr selten starke Kreislaufbeschwerden.

Worauf sollte man bei einer PET achten?

Eine Positronen-Emissions-Tomografie (PET) kann in der Regel ambulant erfolgen. Das heißt, Sie dürfen nach der Untersuchung wieder nach Hause gehen. Um unnötigen Risiken vorzubeugen, sollten Sie vor und nach der PET einige Verhaltensregeln beachten.

  • Essen und Trinken: Bei einer PET müssen Sie üblicherweise nüchtern sein. Das heißt, Sie sollten vor der Untersuchung keine Nahrung mehr zu sich nehmen. Wasser, schwarzen Kaffee und ungesüßten Tee dürfen Sie jedoch trinken.
  • Medikamente: Sprechen Sie vor einer geplanten PET mit Ihrem Arzt darüber, ob Sie Ihre Medikamente am Untersuchungstag wie gewohnt einnehmen können – insbesondere dann, wenn Sie Diabetiker sind. Informieren Sie Ihren Arzt über alle Arzneien, die Sie einnehmen. Teilen Sie ihm auch mit, ob bei Ihnen zurzeit eine Chemotherapie oder Bestrahlung erfolgt oder kürzlich stattfand.
  • Wartezeit: Bis sich der radioaktiv markierte Traubenzucker vollständig im Körper verteilt hat, dauert es einige Zeit. Daher beginnt die eigentliche Untersuchung erst 50 bis 75 Minuten nach der Injektion. Um die Aussagekraft der Messung nicht zu gefährden, sollten Sie sich während dieser Zeit so wenig wie möglich bewegen – auch nicht sprechen. Bitte fragen Sie aber nach einer Decke, wenn ihnen kalt sein sollte, denn das Muskelzittern kann die Beurteilung der Untersuchung erschweren.
  • Trinken: Trinken Sie nach der Untersuchung viel und entleeren Sie häufig Ihre Blase. Auf diese Weise sorgen Sie dafür, dass der Tracer schnell wieder ausgeschieden wird.

Wann ist eine PET nicht geeignet?

Die Positronen-Emissions-Tomografie ist ein erprobtes Verfahren, um Stoffwechselprozesse im Inneren des Körpers sicher und schmerzfrei nachzuweisen. Da die Methode jedoch mit einer Strahlenexposition einhergeht, sollte sie nur nach kritischer Bewertung aller Befunde und des individuellen Nutzen und Risikos eingesetzt werden. Für schwangere Frauen ist eine PET meistens nicht geeignet, da das Ungeborene besonders empfindlich auf radioaktive Strahlung reagiert.

privat

Unser Experte: Dr. Martin Reiss-Zimmermann arbeitet an der Klinik und Poliklinik für Diagnostische und Interventionelle Radiologie der Universität Leipzig

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder –behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Die Beantwortung individueller Fragen durch unsere Experten ist leider nicht möglich.




Bildnachweis: Mauritius Images GmbH/Photoresearchers, privat
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